Manche Orte haben einen einzigartigen Charakter. Die Alte Schanze 10 bei Stammersdorf, einer der historischen Verteidigungshügel am nord-östlichen Stadtrand Wiens, ist so ein Ort. Wer einmal dort gewesen ist konnte sich davon überzeugen. Am Fuße des Bisambergs, im Bereich des heutigen Naturdenkmals Alte Schanze herrscht ein besonderes Mikroklima. Der magere Boden bringt seltene Pflanzen hervor, wie sie kaum an einem anderen Ort zu finden sind. Deshalb verdankt der Bio-Imkereibetrieb Alte Schanze diesem besonderen Stück Natur seinen Namen.

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©Jakob Gsöllpointner

Die Bio Imkerei Alte Schanze: Bienen, Natur und Mensch

Ein gesunder Standort ist für Bienen genauso wichtig wie für Imker. Deshalb bewohnen alle Bienenvölker der Bio Imkerei Alte Schanze ausschließlich Holzbeuten auf ausgewählten Naturschutzflächen in Wien und Niederösterreich. Die Stöcke stehen gänzlich in Natura-2000-Schutzgebieten rund um den Bisamberg und sind damit Teil einer einzigartigen Kulturlandschaft. Nachhaltige Imkerei nach biologischen Standards trifft hier auf Naturschutz. Das garantiert gesunde Bienen, ein Aufblühen der Landschaft und eine besondere Honigqualität - spürbar in jedem Glas Honig.

 

©Jakob Gsöllpointner

Seltene Pflanzen am Standort Alte Schanze

Zweifellos gehört der Bisamberg zu den interessantesten Standorten für Honigbienen in der gesamten Region. Damit haben die Bienen ihr Zuhause in Mitten einer Landschaft gefunden, die eine auffallend große Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren beherbergt.

Von den etwa 360 erfassten Gefäßpflanzen gelten derzeit 62 als gefährdet, 10 als stark gefährdet. Mindestens zwei sind bereits vom Aussterben bedroht. Bienen können einen entscheidenden Beitrag zum Naturschutz leisten, indem sie als wertvolle Bestäuber den Fortbestand blühender Landschaften garantieren, von denen auch der Mensch abhängig ist.

Seit 2007 wird das Gebiet im Bereich der Alten Schanzen X und XI mit Ziegen beweidet, um Gehölze zurückzudrängen und die Offenheit der Landschaft zu sichern. Die anspruchsvolle Aufgabe der gewissenhaften Pflege des Plateaus zwischen den Schanzen 10 und 11 auf dem unsere Stöcke stehen haben Oliver und Alexandra Kaminek vom Biohof N°5 übernommen. Gemeinsam will man die typisch trocken-heißen Standortsbedingungen erhalten, die für Pflanzen wie Tiere essentiell sind.

So soll etwa die Adria-Riemenzunge, eine seltene heimische Orchidee, die im Bereich der Schanze X vorkommt, erhalten werden. Orchideen gelten als Bioindikatoren, denn sie zeigen naturnahe, nicht oder wenig gestörte Standortverhältnisse an.

Daher fehlen sie auf überdüngten Standorten, wie auf landwirtschaftlich intensiv bearbeiteten Flächen und in künstlichen Forsten. 

Bildquelle: http://www.botanische-spaziergaenge.at

In unmittelbarer Nähe der Bienenstöcke blühen jedes Jahr Exemplare des seltenen Bunt-Bergfenchel (Seseli pallasii), der in Wien bereits als ausgestorben galt. Weitere Seltenheiten, auf den Alten Schanzen vorkommen, sind das gewöhnliche Filzkraut (Filago vulgäres), die Ackerborstendolde (Toribis arvensis), das Sand-Vergissmeinnicht (Myosotis sticta) und der Siberblatt-Salbei (Silvia aethiopis). Allesamt stark gefährdet. Auch höchst seltene, vom Aussterben bedrohte Arten wie Kornrade (Agrostemma githago) und Kuhnelke (Vaccaria hispanica) konnten nachgewiesen werden. Ganz in der Nähe, auf der Schanze XII gibt es ein besonders reiches Vorkommen der Bunt-Schwertlilie (Iris variegata), die in Wien streng geschützt ist. Landschaftsprägende Weißdornsträucher, die hier gerne von Grauammern als Singwarte genutzt werden, durchsetzen gemeinsam mit Schlehen (Prunus spinosa) und Biberhell-Rose (Rosa spinosissima = R. pimpinellifolia) diese einzigartige Landschaft. Geradezu romantisch wirken vereinzelte Exemplare der Flaum-Eiche (Quercus pubescens) hinter den Bienenstöcken.

 

Quelle:

 

Heinz Wiesbauer, Herbert Zettel, Manfred A. Fischer, Rudolf Maier (Hrsg.): Der Bisamberg und die Alten Schanzen, Vielfalt am Rande der Großstadt Wien. St. Pölten 2011


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